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22. September 2021
Ökosysteme bringen Dynamik und bekräftigen dabei das Decopling von Front- und Backend
IFZ Sourcing Studie 2021
Digital Banking
Interview
CREALOGIX Group
CREALOGIX
Kommunikation

Wie entwickelt sich der Sourcing-Markt im Schweizer Finanzplatz in den nächsten Jahren? Die diesjährige IFZ Sourcing Studie erläutert, welches Potenzial Banken und IT-Anbieter in den Bereichen Outsourcing und Ökosysteme sehen. Trotz kleineren Meinungsunterschieden, wenn es um das Potenzial von technologischer Entwicklung geht, wird klar, dass sich beide weiterhin mit Grundsatzthemen wie Digitalisierung und Open Banking auseinandersetzen werden.

Nach Vorstellung der Studie an der Sourcing Konferenz, haben wir Dr. Urs Blattmann, Dozent und Projektleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, sowie unserem Senior Sales Manager Schweiz und Italien, Almir Marghella, fünf Fragen zur Studie und Konferenz, sowie CREALOGIX's Positionierung dazu, gestellt.

Dr. Urs Blattmann, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Dr. Urs Blattmann, Dozent und Projektleiter, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, und Autor der Sourcing Studie 2021

1. Welches sind die drei wichtigsten Erkenntnisse aus der Sourcing Studie 2021?

 

Zum einem sieht man, dass die Schweizer Banken bei der Auslagerung von Verarbeitungstätigkeiten nach wie vor kritisch bleiben. Dies, obwohl sie ihre Kernkompetenzen in Zukunft klar in der Kundenberatung sehen. Obwohl die Verarbeitungstätigkeiten für Banken an Bedeutung verlieren, geht nur rund ein Drittel der Banken davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren mehr davon ausgelagert wird.

 

Des Weiteren zeigt die Studie auf, dass die Veränderungen, welche durch die Bildung von Ökosystemen im Bereich Wohnen, bereits voll im Gange sind: Neue Anbieter sind in den Markt eingetreten und haben sich erfolgreich etabliert. Die Veränderungen mit den neuen Playern, der zunehmenden Transparenz und der wachsenden Akzeptanz dieser Ökosysteme durch die Kunden führen zu einer beschleunigten Margenerosion bei den Banken. Damit ist der stabile Hypothekar-Markt, wie ihn die Banken über Jahrzehnte gekannt und geschätzt haben, wohl definitiv passé.

 

Schlussendlich wird auch klar, dass die sich bildenden Ökosysteme neue Geschäftsmodelle erfordern. Verschiedene Orchestratoren von Ökosystemen versuchen, solche Modelle entlang der Customer Journey aufzubauen. Für Banken bedeutet dies, dass sie in ihrer Strategie die eigene Rolle und die Wahl der Ökosysteme definieren, die Fokussierung auf den eigenen Beitrag zum Kundennutzen schärfen und die dafür zu erwartenden Entgelte optimieren müssen.

 

2. Lassen sich Ihrer Meinung nach bereits langfristige Tendenzen erkennen?

 

Bezüglich der technologischen Trends haben wir in der Studie gezeigt, dass sowohl Anbieter wie auch Banken davon ausgehen, dass die Themen Digitalisierung, Cyber Security, Open Banking und Cloud, als die wichtigsten Themen der nächsten drei Jahre angesehen werden. Bei der Digitalisierung ist interessant zu beobachten, dass Banken sich in diesem Bereich eher auf die Kundenschnittstelle und weniger auf die interne Automation fokussieren. Insofern bieten sich Lösungsanbietern in diesem Bereich aktuell gute Entwicklungsmöglichkeiten. Die Entwicklung im Bereich Cloud führt zudem dazu, dass immer mehr Lösungen im Sinne einer Saas-Lösung (Software as a Service) angeboten werden. Dies reduziert für die Anbieter die Komplexität namentlich bei der Wartung und ermöglicht es den Banken Kosten zu sparen.

 

3. Was waren die Highlights der IFZ Sourcing Konferenz 2021?

 

Die Konferenz hat den Teilnehmern sicherlich eine Vielzahl von neuen Ideen und Denkanstössen vermittelt. Wenn ich aus meiner Sicht die zwei wichtigsten Aspekte der Konferenz herausgreifen soll, so waren dies die Folgenden:

 

Liiva als Kooperation von Raiffeisen & Mobiliar: Zum einen wurden die Beweggründe für das Joint Venture der beiden Kooperationspartner erläutert, zum andern das Konzept von Liiva vorgestellt. Interessant war dabei zu erfahren, dass die beiden Genossenschaften den Eigenheimbesitzern den Unterhalt der eigenen Liegenschaft ans Herz legen wollen und dadurch auch zu einer beschleunigten Modernisierung der Immobilien in der Schweiz beitragen möchten.

 

TEO – ein Ökosystem 'banking and beyond': Das Ökosystem der Sparda-Banken, bei dem u. a. auch die deutsche Bank sowie Banco Santander mitmachen, bietet dem Kunden zusätzlich zum Multi-Banking viele Dienstleistungen ausserhalb des Finanzbereichs an, wie zum Beispiel Einkaufsgutscheine. Bemerkenswert war zu erfahren, dass von den 600.000 Nutzern über 8 Mio. Logins pro Monat durchgeführt werden und das von diesen Nutzern mehr als 16 % eingewilligt haben, dass TEO ihre Daten analysiert und ihnen individualisierte Vorschläge unterbreitet.

Almir Marghella, CREALOGIX

Almir Marghella, Senior Sales Manager Schweiz und Italien, CREALOGIX

4. Im Fachbeitrag der IFZ Sourcing Studie schreibt CREALOGIX über die Wichtigkeit eines Open Integration Layers. Spielt denn das Decopling von Front- und Backend in Zeiten von Open Banking überhaupt noch eine Rolle?

 

Es ist wichtig, dass sich Schweizer Banken jetzt mit dem Thema Open Banking auseinandersetzen und entsprechende Projekte starten. Open Banking ermöglicht es, Partner und Drittanbieter schnell und einfach zu integrieren, was dazu führt, dass zwei wichtige Faktoren in einem konkurrenzstarken Markt gegeben sind: Schnelligkeit und Flexibilität. Dies bedeutet jedoch, dass Decopling von Front- und Backend zu einem umso wichtigeren Thema wird. Um stets den neuesten Kundenbedürfnissen schnell und in einer flexiblen Form gerecht zu werden, müssen Front- und Backend unabhängig voneinander weiterentwickelt werden. Personalisierung und Individualisierung findet grundsätzlich im Frontend statt, das Backend sollte davon nicht belastet werden. Dabei stehen ein komfortables und attraktives User Interface, intelligente Vernetzung von Daten aus verschiedenen Quellen und die Nutzung von verschiedenen Services auf einer Oberfläche im Zentrum.

 

Decopling heisst, dass bessere Interaktionen mit Kunden gewährleistet werden können. Zudem können Banken den Kunden Ansprüche an Mobile und Digital Banking besser gerecht werden. Sie entwickeln das Frontend laufend weiter und passen es neuen Erwartungen an. Gleichzeitig wird durch das Decopling die Abhängigkeit an das Core Banking reduziert, so können Banken schnelle Entwicklungszyklen sicherstellen. Zusätzlich ermöglicht es Finanzinstituten Omnichannel-Strategien zu implementieren, sowie Produkte dynamischer zu gestalten und zu automatisieren.

 

5. Was leistet CREALOGIX, wenn es darum geht, Frontends unabhängig von Kernbanken-Systemen zu entwickeln? Was ist der Nutzen für Banken?

 

Als Anbieter von Front-End-Lösungen konzentriert sich CREALOGIX auf die User Experience (UX) und macht es Finanzinstituten leicht, UX als Teil ihrer Gesamtstrategie für die Customer Experience (CX) zu maximieren.

 

Die CREALOGIX User Experience beinhaltet ein Design-System, mit dem Banken ihre digitale UX mit den allgemeinen CX-Zielen integrieren und abstimmen können. Es ist möglich, Multi-Kanal-Anwendungen für Ihre Kunden zu entwerfen, zu testen und bereitzustellen, um die Nutzererfahrung zu optimieren und Personalisierung mit verbesserter Sicherheit zu gewährleisten. Die modulare und offene Architektur ermöglicht problemlos auch Innovation und zusätzliche Services durch Drittanbieter.

 

Das Ergebnis? Eine erstklassige Nutzererfahrung, die Kosten und Effizienz maximiert, die Markteinführung digitaler Multi-Kanal-Produkte beschleunigt und ein Höchstmass an Kundenbindung und -zufriedenheit gewährleistet.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Knowledge Base Artikel "Datengetriebenes digitales Banking der Zukunft dank Integrationslayer".

 

Die vollständige IFZ Sourcing Studie 2021 können Sie hier herunterladen.

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